Fotografie - meine Leidenschaft

Die Geschichte meiner Fotografie findet ihren Anfang in Island. Im Alter von 18 Jahren beschloss ich, alleine durch das südliche Hochland von Island zu wandern. Bei meinen gleichaltrigen Freunden stieß ich damit auf Unverständnis. Die Kamera für diese Reise erwarb ich von dem Geld, das ich durch den Verkauf meines ersten Bildes an Medien und Magazine verdient hatte. Mir war es ein Jahr zuvor, mehr aus Zufall als aus Können, gelungen, einen seltenen Kugelblitz zu fotografieren. Als ich dann von diversen Professoren und Doktoren zu der Erscheinung befragt und meine Fotografie als echt erachtet wurde, war das Geld für die erste Kamera zusammen und die erste Reise nach Island konnte beginnen. Auf den insgesamt 189 Kilometern, die ich mit meinem anfangs 36 Kilogramm schweren Rucksack, vollbepackt mit Proviant für 13 Tage, Zelt, Schlafsack, Pfannen und weiteren lebenswichtigen Dingen in Island zurücklegte, entdeckte ich meine Liebe zur Natur und zur Fotografie.

Das Gehirn der meisten Menschen, meines eingeschlossen, ist nicht imstande, jedes noch so schöne Erlebnis oder eine faszinierende Landschaft als präsente Erinnerung zu speichern. Mit meiner ersten Kamera änderte sich dies und ich konnte mich dank der entstandenen Bilder in Momente zurückversetzen, an die ich mich ein Leben lang erinnern möchte. In den folgenden Jahren kamen viele weitere Fotoexpeditionen dazu: Mit dem Kayak paddelte ich an der grönländischen Westküste entlang, zeltete in den Wäldern von Alaska und Kanada, bestieg Vulkane, die nicht bestiegen werden durften, wartete vor Kälte schlotternd monatelang auf Polarlichter, paddelte mit dem Kayak im Dunklen zwischen den Alligatoren der Swamps von Louisianna …. Stets mit dabei war meine Fotoausrüstung, die von Mal zu Mal umfangreicher wurde. Ohne dokumentierende Bilder, die das Erlebte zeigen, wären Geschichten nur Geschichten. Parallel zum Aufbau meines Portfolios gründete ich im Jahre 2008 ein Kurszentrum für Fotografie und Fotoreisen in Wil.

Zusammen mit meiner Frau Iris, welche das gesamte Reisebüro sowie die Kursadministration leitet, werden jährlich über 700 Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer bei uns unterrichtet und rund 100 davon begleiten uns auf von mir geführten Fototouren nach Island, Grönland, Alaska, Kanada, Namibia, Schottland, Norwegen und zu vielen weiteren Destinationen. Von Anfang an sollte meine Fotografie die Natur in ihren schönsten Momenten festhalten. Wenn der Himmel bei Sonnenuntergang nicht rot leuchtete, dann suchte ich diesen Punkt so lange auf, bis er das tat. Ich lehne jede Art der Bildmanipulation ab, denn die Welt verwöhnt uns bereits mit unrealistisch wirkenden Farben und Lichtstimmungen, diese nachträglich noch zu verstärken ist ethisch nicht korrekt. Die wahre Heldin aller meiner Bilder ist somit die Natur und nicht der Fotograf. Meine Aufgabe ist es lediglich, den Betrachtern zu zeigen, wie wunderschön unser Planet ist und was es zu schützen gilt.

Out of Cam / RAW
Dank einem speziellen Aufnahmeverfahren mit kombinierten GND- & Pol-Filtern und gekonnter Weiterverarbeitung gelingt es mir ab und an, Bilder mit solch grossem Dynamik- und Farbumfang zu schiessen, dass sie beinahe dem Sichtfeld des menschlichen Auges entsprechen. Im Gegensatz zu der Meinung vieler entstehen meine Bilder zu 95% in der Kamera und nur der Feinschliff am Computer. Wer heute jedoch behauptet, seine Bilder wären nicht bearbeitet, ist nicht ehrlich. Moderne Kameras nehmen Rohbilder (RAW) auf, welche am Computer entwickelt werden müssen. Das Web- und Schnellansichtformat JPEG eignet sich nicht als professionelles Dateiformat, da die Farb- und Tiefeninformationen beschränkt sind. Nur mit professionellen RAW-Konvertern (Lightroom, CS4/5, Capture One, ...) ist es möglich, sämtliche Farb- und Bildinformationen der Kamera in einem Endbild zu vereinen. Erfahren Sie mehr zur Entstehung meiner Fotografien. Wer den Umgang mit analogen Filtern beherrscht, kann jedoch auf aufwändige Weiterverarbeitungen verzichten. Lernen Sie mehr … Fotoschule photocube.ch

Stefan Forster Photography - Beispiele der Arbeitsweise in Grönland

Meine Strategie: Fantastische Bilder entstehen auf fantastischen Expeditionen. Wie beispielsweise auf der Grönland-Fotoexpedition mit dem Kayak im         August 2012. Mit dem Faltkayak in 0 Grad kaltem Wasser durch den Nebel zu fahren und bis wenige Centimeter an die Eisberge zu paddeln ist zwar sehr riskant, aber dafür entstehen Bilder, die die Welt nur selten sieht. 

 

Eines jener in diesen Minuten entstandenen Bilder sehen Sie zur Rechten; Aufgenommen am Morgen um 05.20 Uhr im Süden Grönlands.

Nikon D800E, 16-35mm F4 VR, 28mm, ISO 100, F8

Die Schwierigkeit des Fotografierens aus dem Kayak
Das grösste Problem erwies sich aus dem Abdriften während dem Fotografieren. Um die Eisberge gibt es Strömungen (die Berge liegen ja im Meer) die einen gefährlich nahe an die Eisberge heran oder wegtreiben. Während dem Fotografieren sind die Paddel somit nicht in unmittelbarer Reichweite und im Falle einer Drehung des Eisberges muss mann sehr schnell reagieren. Die grösste Gefahr geht von unterwasser abbrechenden Eisbergen aus, die einen in wenigen Sekunden ins 0 Grad kalte Wasser und somit in den fast sicheren Tod schicken können. In jedem Moment auf alle Arten von Geräuschen zu hören hat in diesen Situationen absolut höchste Priorität.

Stefan Forster in den Swamps von Louisianna